Nachruf auf Militärkapellmeister Oberst i. R. Prof. Rudolf Schrumpf

 

Rudolf Schrumpf wurde am 12. April 1939 in St. Lorenzen im Mürztal geboren. Schon früh zeigte sich seine musikalische Begabung: Bereits in der Volksschule erlernte er die Violine, später folgte das Flügelhorn. Nach seiner Ausbildung zum Landmaschinenmechaniker trat er 1959 seinen Dienst beim Bundesheer an und wandte sich bald der Militärmusik zu.

 

Seine musikalische Laufbahn begann bei der Militärmusik Burgenland in Eisenstadt. Nach einem erfolgreichen Probespiel in Graz wurde er dorthin versetzt und entwickelte sich mit großem Engagement und Zielstrebigkeit weiter. 1965 begann er ein Studium im Hauptfach Tuba an der Musikhochschule Wien, das er 1972 erfolgreich abschloss.

 

1973 legte Rudolf Schrumpf die Militärkapellmeisterprüfung ab und wurde zunächst der Gardemusik Wien zugeteilt. Bereits ein Jahr später übernahm er die Leitung der Militärmusik Niederösterreich. Mit 1. Juli 1978 kehrte er als Militärkapellmeister in seine Wahlheimat Burgenland zurück, wo er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2003 die Militärmusik Burgenland leitete und entscheidend prägte.

 

Ein besonderes Anliegen war ihm stets die Förderung der konzertanten Blasmusik. Dies spiegelte sich eindrucksvoll in den Programmen der traditionellen Frühjahrskonzerte wider, die unter seiner Leitung hohe künstlerische Anerkennung fanden. Darüber hinaus engagierte er sich intensiv in der musikalischen Ausbildung und unterrichtete Tuba, Posaune und Schlagwerk an der Musikschule Eisenstadt sowie am Joseph Haydn-Konservatorium. Auch als Kursleiter für Blaskapellmeister gab er sein Wissen und seine Erfahrung an zahlreiche Musikerinnen und Musiker weiter.

 

Sein Wirken reichte weit über Österreich hinaus. Zahlreiche Auslandsauftritte – unter anderem in Prag, Budapest, Zürich, Rom, Lourdes, Stuttgart, Kaiserslautern und Peking – machten die Militärmusik Burgenland unter seiner Leitung international bekannt. Rundfunkaufnahmen, Tonträgerproduktionen und die Pflege traditioneller Marschmusik dokumentieren sein künstlerisches Schaffen eindrucksvoll.

 

Auch im zivilen Bereich war Rudolf Schrumpf eine prägende Persönlichkeit. Er leitete über viele Jahre die 1. Burgenländische Trachtenkapelle Donnerskirchen, engagierte sich im Burgenländischen Blasmusikverband in besonderer Weise und wirkte als Juror bei Marschmusikbewertungen. Darüber hinaus setzte er sich für kulturelle und kirchliche Projekte ein, insbesondere für die Basilika Maria Loretto, und leitete den Chor der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt, mit dem er zahlreiche Werke – vor allem von Joseph Haydn – zur Aufführung brachte.

 

Für seine herausragenden Verdienste wurde ihm 1991 der Berufstitel „Professor“ verliehen. Zuletzt bekleidete er den militärischen Rang eines Oberst.

 

Mit dem Übertritt in den Ruhestand am 31. März 2003 nach 44 Jahren im Dienst endete eine außergewöhnliche militärmusikalische Karriere – sein Wirken jedoch bleibt unvergessen.

 

Der Burgenländische Blasmusikverband verliert mit Rudolf Schrumpf eine seiner prägenden Persönlichkeiten.

Sein Engagement, seine Leidenschaft für die Musik und seine menschliche Größe werden uns stets in Erinnerung bleiben.

 

Wir verneigen uns in Dankbarkeit vor einem großen Musiker, Pädagogen und Offizier und werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.